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Im Folgenden möchten wir Ihnen erste Zahlen zur Entwicklung der Pforzheimer Bevölkerung präsentieren und auch die Zahlen der Pflegebedürftigen in den Blick nehmen. Der Fokus liegt dabei auf Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren.

Die Bevölkerung im Stadtkreis Pforzheim hat von 1989 bis 2018 um 14.677 Einwohner beziehungsweise um 11,69 Prozent auf 125.542 Einwohner zugenommen. Dies entspricht in etwa der Entwicklung auf Landesebene. Die Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamts prognostiziert für Pforzheim bis zum Jahr 2030 weiterhin eine leichte Zunahme der Bevölkerung um 1.273 auf 126.815 Menschen. Für Baden-Württemberg und die meisten Kreise wird hingegen ein leichter Bevölkerungsrückgang prognostiziert.

Interessant ist, dass Pforzheim 2015 bis 2018 landesweit die höchste Nettowanderungsrate der Generation 60 und älter aufwies. Diese Entwicklung lässt sich auf das Angebot an Pflegeheimplätzen zurückführen: „Pforzheim hat landesweit bezogen auf die Zahl der 65-Jährigen und Älteren die höchste Zahl an verfügbaren Plätzen in Pflegeheimen für vollstationäre Pflege“ (Statistisches Landesamt: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 5/2020, S. 21).

Altersstruktur 2000 bis 2030 in Pforzheim

Die Altersstruktur hat sich in den letzten Jahren im Stadtkreis Pforzheim verändert: Der Anteil der Menschen im Alter ab 65 Jahren hat sich von rund 19 Prozent im Jahr 2000 auf rund 20 Prozent im Jahr 2018 erhöht. Knapp jede fünfte Person mit Wohnsitz in Pforzheim war demnach im Jahr 2018 65 Jahre oder älter.

Die Vorausrechnung der Bevölkerung zeigt für das Jahr 2030 eine weitere Zunahme älterer Menschen: Insgesamt werden im Jahr 2030 voraussichtlich rund 23 Prozent und damit fast jede vierte Person im Alter von 65 Jahren und älter sein. Zahlenmäßig wird es damit von 2018 bis 2030 eine deutliche Zunahme von rund 5.000 Personen im Alter ab 65 Jahren geben.

Vor allem die Zunahme der hochaltrigen Bevölkerung im Alter ab 80 Jahren wird voraussichtlich Auswirkungen auf den Unterstützungs- und Pflegebedarf der Bevölkerung haben. Die Anzahl an Personen ab 80 Jahren wird vom Jahr 2000 (5.353 Personen) bis zum Jahr 2030 (9.163 Personen) um voraussichtlich rund 4.000 Personen zunehmen. Das würde einer Steigerung von rund 71 Prozent entsprechen.

Neben Herausforderungen eröffnen sich jedoch auch neue Chancen: Gerade die wachsende Zahl der „jungen Seniorinnen und Senioren“ ist häufig hoch motiviert und bereit, sich bürgerschaftlich zu engagieren, wenn attraktive Angebote vorhanden sind.

Pflegebedürftige im Stadtkreis Pforzheim von 2001 bis 2017: absolute Entwicklung

Die demografische Entwicklung und insbesondere auch die Zahl der hochaltrigen Menschen beeinflusst die Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen, denn je mehr ältere Menschen es gibt, desto mehr pflegebedürftige Menschen wird es geben. Die Zahl der Pflege-bedürftigen hat in Pforzheim zwischen 2001 und 2017 um 48,7 Prozent zugenommen (3.117 Menschen).

Ein Blick auf die Entwicklung der einzelnen Leistungsformen im Zeitverlauf verdeutlicht, dass bei allen Leistungen eine deutliche Zunahme zu verzeichnen ist.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die zusätzlich oder ausschließlich durch einen ambulanten Dienst versorgt wurden, hat sich im Stadtkreis innerhalb der letzten 17 Jahre mehr als verdoppelt. Es wird deutlich, dass ihre Zahl insbesondere in den letzten 10 Jahren (seit 2009) stark angestiegen ist. Dazu könnten Entlastungsmöglichkeiten beigetragen haben, wie z.B. die Inanspruchnahme von Tagespflege oder auch die Unterstützung durch häufig aus Osteuropa stammende Haushaltshilfen scheint zuzunehmen.

Pflegebedürftige im Stadtkreis Pforzheim von 2001 bis 2017: prozentuale Entwicklung

In Pforzheim lebten im Jahr 2017 75,2 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause. Davon wurden 59,4 Prozent von Angehörigen oder anderen Personen gepflegt und haben dafür Pflegegeld erhalten. Weitere 15,8 Prozent der Pflegebedürftigen lebten ebenfalls in eigener Häuslichkeit und wurden dort zusätzlich oder ausschließlich von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. 24,8 Prozent der Pflegebedürftigen wurden in einem Pflegeheim versorgt. Der Anteil der stationär Versorgten geht seit 2009 kontinuierlich zurück. Hingegen nimmt der Anteil der Pflegegeldempfänger bereits seit 2009 zu. Beim Anteil der durch einen ambulanten Dienst versorgten Pflegebedürftigen ist seit 2009 eine kontinuierlich leichte Abnahme zu verzeichnen.