Schwimmbad 5

Entsetzte Gesichter bei der Bündnisdelegation: Maren Bieberich (Miteinanderleben), Hartmut Wagner (Stadtjugendring), Bäderchef Bernd Mellenthin und Doris Möller-Espe (Kinderschutzbund, von links).

Wie marode das Emma Jaeger Bad tatsächlich ist, davon hat sich eine Delegation des Pforzheimer Bündnisses für Familie auf Einladung von Bäderchef Bernd Mellenthin vor Ort ein Bild gemacht. „Nach allem, was wir gesehen haben, bezweifeln wir, dass das Schwimmbad vor Jahresende wieder aufmacht“, sagt Doris Möller-Espe, bäderpolitische Sprecherin der Steuerungsgruppe. „Aber wir wissen nun besser, wie es um das Schwimmbad steht und wie dringend Pforzheim ein zukunftsfähiges Konzept braucht.“ Möller-Espe fordert die Gemeinderäte im Namen des Bündnisses erneut auf, die Bäder-Angelegenheit mit Priorität zu behandeln und schnellstmöglich über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Das Bad gleicht momentan einer Baustelle, sämtliche Becken sind leer und rundum abgesperrt. Ein fahrbares Gerüst über dem Schwimmerbecken ermöglicht die Untersuchung der Deckenkonstruktion. Die gute Nachricht: Die Betonbalken halten noch weitere drei Jahre. Die Empore allerdings bereitet Sorgen. Nach Angaben von Bäderchef Bernd Mellenthin dauern die Untersuchungen noch an, die Experten streiten sich, ob ganz oder nur teilweise abgerissen werden muss oder ob es reicht, den Zugang nach oben abzusperren. Auf ein Datum, wann das Emma Jaeger Bad den Betrieb wieder aufnimmt, will er sich nicht festlegen. „Ein Termin vor Weihnachten ist sportlich“, sagte er lediglich.

Nicht nur im für Badegäste sichtbaren Bereich des Schwimmbades liegt vieles im Argen. Auch die Technik ist völlig veraltet und an nicht wenigen Stellen kaum zu sanieren. Dies zeigte sich bei einem Rundgang durch die Katakomben des Emma Jaeger Bades. Werner Pfitzenmaier, technischer Leiter der Goldstadtbäder, wies die Teilnehmer der Bündnis-Delegation auf Ausblühungen im Beton hin sowie auf antiquierte Filteranlagen. Er führte durch ein Labyrinth aus Leitungen und Rohren mit rostigen Anschlüssen.

Für die Bündnisdelegation ist klar: Ein Entschluss über die weitere Bäderstrategie in der Stadt ist mehr als eilig. Denn nach Angaben von Mellenthin geht nicht allein das Emma Jaeger Bad seinem Lebensende entgegen, auch die Stadtteilbäder sind dringend sanierungsbedürftig. Die Gemeinderäte stehen vor keiner leichten Entscheidung. Sie haben es mit einer komplexen, nicht leicht zu überblickenden Gemengelage zu tun. Soll saniert oder neu gebaut werden? Wo soll gebaut werden? In welcher Größe soll gebaut werden? Bäderchef Mellenthin hat ihnen zehn Varianten vorgelegt, von denen sie nun drei oder vier aussuchen sollen, die dann genauer untersucht und berechnet werden. Mellenthin: „Wir brauchen eine klare politische Entscheidung. Erst wenn die auf dem Tisch liegt, können wir mit den Planungen beginnen.“

 

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